Altenhilfe

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Umsetzung der Expertenstandards und Transparenzkriterien in der Altenhilfe

Risikoeinschätzung in der Altenhilfe ist nach wie vor Top-Thema. GODO Systems bietet zur praktischen Umsetzung intelligente Lösungen: 

·        Formulare für den stationären, teilstationären und ambulanten Bereich 

·        GO ON® – Dokumentationssoftware

·        GO ONprint® - EDV-Formulareingabehilfesoftware 

 

Die Lösungen zum Risikomanagement werden seit Jahren erfolgreich in hunderten von Einrichtungen eingesetzt.  

 

In der Altenhilfe zeigt sich eine stetige Zunahme von Risikosituationen. So gibt es immer mehr pflegebedürftige Menschen mit demenziellen Veränderungen und Multimorbidität. Aber es gibt auch gestiegene Sicherheits- und Qualitätsanforderungen sowie wachsende Kritik- und Prozessbereitschaft, die ein Risikomanagement unverzichtbar machen. Beim Risikomanagement geht es um das Erkennen von Risiken und um die systematische Vermeidung oder Verminderung von Schadenssituationen. Risikomanagement sucht also immer nach Faktoren, die ein Risiko mindern können. In der Pflege sind das z.B. Prophylaxen oder die Zusammenarbeit mit Spezialisten wie z.B. Wundmanagern, die ein bestimmtes Risiko minimieren. 

Überall werden Assessments, Verfahrensanweisungen, Standards und Expertenstandards eingeführt, die Sicherheit schaffen sollen. Diese Flut von neuen Regelungen sind häufig nicht aufeinander abgestimmt oder nicht handlungsleitend oder ergebnisorientiert. Um aus diesem Dilemma herauszukommen, sollte man sich ein individuelles, logisches Risikomanagement von der Risikoerkennung bis zum Pflegecontrolling aufbauen. Genau dies wird mit den Risikomanagementlösungen von GODO Systems erreicht. 

Die erste Aufgabe ist eine Pflege- und Risikodiagnostik, die in einer Leistungsplanung mündet. Die Leistungsplanung mündet in einer Evaluierung mit Ergebnisdarstellung der jeweils aktuellen Risikosituation einzelner oder aller zu pflegenden Menschen. Aus der Evaluierung ergibt sich eine Informationsbasis, welche Risiken einer genaueren Betrachtung bedürfen, bevor dann eine erneute Pflege- und Risikodiagnostik erfolgt. 

Dieses Risikomanagement erlaubt es, innerhalb kürzester Zeit das individuelle Risikoprofil eines Pflegebedürftigen nach Schwere der Situation einzuschätzen. Die Einschätzungen sind mit den Expertenstandards verknüpft, so dass auch hier alle aktuellen Anforderungen abgebildet werden. Auf der Basis der Einschätzungen lassen sich im Risikomanagement praktische Maßnahmen/Handlungen vorschlagen, die das Risiko fachlich korrekt und effizient minimieren. Schreib- und Formulierungsaufwand reduzieren sich erheblich. Im Anschluss erfolgt eine Evaluierungsphase mit festgelegten Controllinginstrumenten und -prozessen. Das Risikomanagement erlaubt es, die „Risiken“ besser zu steuern. Auf einen Blick werden Pflege- und Krankheitsbilder und spezifische Maßnahmenprofile deutlich. Das zukünftige Vermeiden von Risiken bedarf neben der Risikoeinschätzung aber auch einer guten Organisation im Hinblick auf Arbeitsabläufe, der Umgebung sowie im Umgang mit Fehlern. Auch hier bietet das Risikomanagement entsprechende Lösungen. 

Ein weiterer Vorteil von beiden Risikomanagements ist, dass Sie sich hervorragend auf die „Transparenzkriterien / Notengebung“ im Rahmen der zu veröffentlichenden Qualitätsberichte vorbereiten und Grundlagen einer guten Notengebung schaffen. Die Notengebung revolutioniert die Bewertung für Pflegeeinrichtungen. Bislang konnten Sie nur anhand  eines umfangreichen, defizitorientierten Prüfberichtes ungefähr Ihr Prüfergebnis ableiten. Für Laien waren diese Berichte nicht verständlich. Durch die Notengebung ändert sich das nun gravierend. Jeder Laie kann mit einer Schulnote etwas anfangen. So kann vermeintlich jedermann einschätzen, ob es sich um gute oder weniger gute Pflegeeinrichtungen handelt. So umstritten dieses Verfahren auch ist – es bietet Ihnen Chancen! Der große Vorteil der Notengebung ist, dass Sie sich künftig von Ihren Mitbewerbern abheben können.

Eine gute Note werden Sie vor allem mit einer hervorragenden Ergebnisqualität  erreichen, was gesetzlich gefordert wird. Für die Endnote sind 82 Einzelfragen aus 5 Qualitätsbereichen relevant. Der wichtigste Qualitätsbereich mit 35 Einzelfragen ist der Bereich „Pflege und medizinische Versorgung“. Und genau hier sichern Sie sich durch die systematische Arbeit mit dem Risikomanagement beste Punktwerte! Mit dem Risikomanagement bekommen Sie die zentralen Risiken leichter in den Griff und sichern den Pflegeprozess im Hinblick auf zentrale Themen ab. Ein effizientes Risikomanagement unterstützt den Aufbau einer nachvollziehbaren und logischen Struktur. Es wird weniger vergessen, was wirklich wichtig ist. Die Pflegeprozesse werden sicherer, kritischen Situationen wird vorgebeugt und bei ihrem Auftreten wird frühzeitig effektiv gehandelt – ganz nebenbei entstehen die Daten für den Qualitätsbericht.

Eine formulargestützte Umsetzung von wichtigen Risikoeinschätzungen können Sie mit unserem Formular "Risikoeinschätzung" mit der Bestell-Nr. 1095 (stationär) oder Bestell-Nr. 1820 (ambulant) vornehmen. Sie können damit gleichzeitig Einzelformulare zu den Expertenstandards ersetzen. Passend zu den Risikoeinschätzungen haben wir unsere Formulare Einschätzung Pflegebedarf/Anamnese mit der Bestell-Nr. 1871 (stationär) und der Bestell-Nr. 1420 (ambulant) so entwickelt, dass bereits hier die wesentlichen Risiken integriert sind.

Das Risikomanagement ist in unsere EDV-Pflegedokumentation  EDV-Pflegedokumentation GO ON®  und in der EDV-Eingabehilfe GO ONprint® integriert.

Auch mit dem Thema „SIS“ hat sich das Risikomanagement nicht erledigt, was an dem folgenden Bericht aus dem Jahr 2017 nochmals deutlich wird. 

Wenn ein pflegebedürftiger Mensch im Rahmen der pflegerischen Versorgung zu Schaden kommt, haftet unter bestimmten Voraussetzungen die Pflegekraft. Ein entsprechendes Urteil des Landgerichtes Zwickau hat diese These nun untermauert. Konkret ging es in dem Fall um ein Sturzereignis während der Pflege

Ein Pflegedienst versorgte jahrelang eine übergewichtige, 85-jährige Seniorin. Bestandteil der vertraglich der Pflegekraft war. Der Unfall selber kam durch den weggerollten vereinbarten Pflegeleistungen zwischen der Versicherten und dem Pflegedienst war eine umfassende pflegerische Versorgung sowie eine Mobilisation. Der Transfer der alten Dame wurde immer durch eine Pflegekraft durchgeführt und fiel – wie in Pflegediensten üblich – unter Routinetätigkeiten.

Eines Tages allerdings kam es bei besagtem Transfer zum Sturz der Patientin mit einhergehendem Oberschenkelhalsbruch. Die Krankenversicherung der Seniorin erhob daher Regressansprüche gegen dien Pflegedienst und der Pflegekraft in Höhe von 7.500 € (Transport- und Behandlungskosten).

Beim Gerichtsprozess kam es dann zur Beweislastumkehr: Der Pflegedienst musste nachweisen, dass der Sturz keine Folge eines Fehlverhaltens Toilettenstuhl zustande. Dieses Risiko hätte bekannt sein müssen und durch den Einsatz einer zweiten Pflegekraft abgesichert werden können.

Das Gericht folgte der Klage der Krankenkasse. Die Richter begründeten ihre Entscheidung damit, dass der Transfer zum Kernbereich der vertraglich zugesicherten Pflegeleistungen gehört und ein solcher Fehler, der hier zum Schadensfall führte, schlicht und einfach nicht passieren dürfe. Ein vom Gericht eingeholtes Gutachten bestätigte zudem, dass in vorliegendem Falle der Transfer mit zwei Pflegekräften hätte vonstatten gehen müssen, um ein Risiko für die Patientin auszuschließen.

 Dies ist unabhängig davon zu sehen, dass der Transfer jahrelang folgenlos durch eine Pflegekraft über die Bühne gegangen ist. Vielmehr muss die Pflegekraft das Risiko immer wieder neu bewerten. Für die Praxis bedeutet die Entscheidung des Landgerichtes gegen den Pflegedienst und der Pflegekraft, dass Sie immer wieder Ihre pflegerischen Risiken neu bewerten müssen, entsprechende Handlungen planen müssen und dies über Ihre Pflegeprozessdokumentation rechtssicher nachweisen können.